Hardthöhen-Kurier„Münsinger Soldatenleben”

Von Friedrich Jeschonnek

Die kontinuierliche Reduzierung der Bundeswehr seit 1991 und der Abzug von Truppenteilen anderer Nato-Staaten haben zur Aufgabe zahlreicher militärischer Standorte und zur Konversion der Kasernenanlagen geführt. Deshalb ist es äußerst verdienstvoll, wenn Veröffentlichungen über ehemalige militärische Standorte und deren Liegenschaften erfolgen. Jetzt liegt die mit Akribie, Fleiß und Liebe erstellte Geschichte des Standortes Münsingen vor.

Im Bild-Text-Band wird die infrastrukturelle Entwicklung der Herzog-Albrecht-Kaserne im Laufe der Jahrzehnte von 1915 bis 2004 aufgezeigt. Schwerpunkt des Werkes ist die Darstellung der Bundeswehr-Truppenteile und ihrer Geschichte von 1956 bis 2004 in dieser Kaserne.

Dabei werden in Einzelabschnitten die Panzerbataillone 310/303, Panzerbataillon 304, Panzerbataillon 283 und das daraus entstandene Fallschirmpanzerabwehrbataillon 283 vorgestellt. Ergänzt wird die Darstellung durch die Geschichte des Panzerartilleriebataillons 285 sowie aller weiteren in der Herzog- Albrecht-Kaserne stationierten Truppenteile. Darüber hinaus werden prominente Rekruten wie der heutige Bundespräsident Köhler und hochrangige Besucher vorgestellt.

Exkurse verweisen auf die Darstellung Münsingens in der wehrhistorischen Ausstellung auf dem Truppenübungsplatz Münsingen, Altes Lager und die Dornstädter Ausstellung in der Rommel-Kaserne sowie die “Heilige Barbara” als Schutzpatronin der Artillerie. Es wird ergänzend beschrieben, wie sich die Kameradschaftspflege nach Aufgabe des Standortes darstellt.

Mit der illustrierten Darstellung der Herzog-Albrecht-Kaserne in Münsingen ist es dem Autor gelungen, die Geschichte einer für die Bundeswehr bedeutenden Liegenschaft, in der im Laufe fast eines Jahrhunderts zusammengerechnet nahezu eine Million Menschen stationiert waren, zu dokumentieren.

Das “Münsinger Soldatenleben von 1915 bis 2004” herauszuarbeiten ist gelungen, dabei dominiert die nahezu fünfzigjährige Nutzung durch Verbände und Einheiten der Bundeswehr.

Eine etwas detaillierte Darstellung der Truppenteile in der Zeit vor 1955 wäre wünschenswert gewesen. Dennoch: Seltene Militärpostkarten und Fotos aus Archiven sowie von Privatpersonen geben zweifellos ein lebendiges Bild vom Dienstalltag und militärischen Höhepunkten seit 1955 ab.  

Das Werk ist einem breiten Leserkreis zu empfehlen und bietet sich zur Nachahmung für andere Standorte, gleich welchen Schicksals, an.  

Tankograd Military„Münsinger Soldatenleben”

Von Jochen Vollert

Das Buch beschreibt die Anfänge des Neuen Lagers während des Ersten Weltkrieges, das bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges nicht nur Soldaten, sondern auch Kriegsheimkehrer bewohnten.

Danach war es französisches Kriegsgefangenenlager für die Alliierten. Von 1958 bis 2004 nutzte es die Bundeswehr. Sechs Bataillone und unzählige kleinere Einheiten beherbergte die Liegenschaft.

Alle Verbände sind mit vielen Fotos, Geschichten, Wappen, Postkarten, Anekdoten und vorher nie veröffentlichten privaten Fotomaterial vertreten. Bewertung: Empfehlenswert!

Strategie & Technik„Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon”

Von Peter Preylowski

Vorliegendes Buch beschreibt die Anfänge des Neuen Lagers, das bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges nicht nur Soldaten, sondern auch Kriegsheimkehrer und Jugendliche bewohnten. Später verwendete die Besatzungsmacht Frankreich das Areal eine Zeit lang für Kriegsgefangene.

Von 1958 bis 2004 nutzte die Bundeswehr die Herzog-Albrecht- Kaserne, die während dieser Zeit mehr oder weniger lang sechs Bataillone und unzählig viele verschiedene Einheiten beherbergte.

Alle Verbände sind mit vielen Fotos, Geschichten, Wappen, Postkarten und Anekdoten in dem Buch vertreten. Dieses abwechslungsreiche Buch wurde nicht nur für die vielen ehemaligen und noch aktiven Soldaten geschrieben, sondern vielmehr für all diejenigen, die sich mit dem Militär und der ehemaligen Garnison Münsingen auf der Schwäbischen Alb freundschaftlich verbunden fühlen.

Y. - Magazin der Bundeswehr„Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon”

Von Thorsten Greth

Joachim Lenk beschreibt das Münsinger Soldatenleben       von 1915 bis 2004. Viele Prominente verbrachten hier          auf der Schwäbischen Alb Teile ihre Militärzeit, so etwa auch Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan. Ein Buch für Insider.

Militärgeschichte„Standortchronik Münsingen”

Von Heiner Bröckermann

Eines haben General Wolfgang Schneiderhan, Bundespräsident Horst Köhler und Schlagersänger Bernd Clüver gemeinsam. Sie haben die Garnisonsstadt Münsingen als Soldat erlebt. Die Geschichte des Truppenübungsplatzes ist bereits akribisch in dem von Erich Schraml herausgebrachten Band „100 Jahre Truppenübungsplatz Münsingen 1895 bis 1995” und sogar aus wissenschaftlicher Perspektive „Vom Nutzwald zum Truppenübungsplatz: Das Münsinger Hardt”  von Roland Deigendesch und Sönke Lorenz dargestellt worden. Damit dürfte Münsingen einer der am besten erforschten Übungsplätze sein.

Dagegen stellt die Beschreibung der Bundeswehrzeit an diesem Traditionsstandort mindestens für alle Ehemaligen, die die besonderen klimatischen und kulturellen Eigenarten der Mittleren Alb erleben durften, ein langgehegten Wunsch dar.

Im Mittelpunkt des neuen Bandes des Münsinger Journalisten und Reserveoffiziers Joachim Lenk stehen das Neue Lager (Herzog- Albrecht-Kaserne) und die dortigen ehemaligen Bundeswehrverbände. Nach einem allgemeinen Überblick über die Geschichte am Standort Münsingen von 1915 bis 2004 werden die dort stationierten Bataillone genauer beschrieben.

Der Text des Buches hat überwiegend den Charakter einer chronologischen Auflistung. Leider fehlt darin aber ein Personen- und Sachregister. Mehr als entschädigt wird der Leser allerdings durch die reichhaltigen und sehenswerten Abbildungen, die die ganze Bandbreite des soldatischen Lebens in und mit der Garnison dokumentieren.

Trotz kleinerer Mängel ein Buch, das für so manche Chronik ein Vorbild dienen kann und verstehen lässt, warum mit Wehmut auf diese verloren gegangene Traditionsgarnison der Bundeswehr geschaut wird.

Kameraden„Einer Garnison zum Gedächtnis”

Von Ulrich Lokowandt

Zahlreiche Soldaten haben einen Teil ihrer Dienstzeit in Münsingen verbracht. An die Herzog-Albrecht-Kaserne, die als Heimat einer Garnison der Geschichte angehört, knüpfen sich Erinnerungen.

Diese sollen nicht völlig in Vergessenheit geraten, deshalb hat der hierzu besonders berufene Redakteur und Leutnant der Reserve Joachim Lenk (ehemals Presseoffizier der Panzerbrigade 28 in Dornstadt und mit Münsingen wohl vertraut) einen Text- Bildband über den ehemaligen Standort vorgelegt.

Dieser führt zurück zu den Anfängen des „Neuen Lagers” im Ersten Weltkrieg. Diese alte Zeit ist recht summarisch behandelt, ein Bild vom Chef der zweiten Kompanie des Württembergischen  Gebirgsbataillons fehlt aber nicht.

Nach unterschiedlicher Nutzung in der Zwischenkriegszeit und bis 1957 wichen die Baracken den Kasernenbauten, die jetzt renoviert, in ausgezeichnetem Zustand,  dem Abbruch preisgegeben sind. An ihrer Stelle entsteht ein Baugebiet für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Hier standen Panzer und Panzer-Artillerie, gleichzeitig oder nacheinander sechs Bataillone und zahlreiche Einheiten. Das Buch zeigt die Truppen bei der Ausbildung und in der Freizeit, auch bei besonderen Anlässen (Kommando-Übergabe), das gute Verhältnis zwischen Militär und Zivil und die Besuche hochrangiger Persönlichkeiten.

Der Namensgeber, Herzog Albrecht von Württemberg, ist in einem Einzelkapitel gewürdigt, ebenso die Heilige Barbara. Herausgestellt sind weiter Prominente, die hier ihren Grundwehrdienst leisteten, darunter unser heutiger Bundespräsident.

Zuletzt wird auf Ausstellungen hingewiesen, die auch künftig an die Soldatenstadt Münsingen erinnern sollen. Über den örtlichen Rahmen hinaus vermittelt das Buch Eindrücke vom Soldatenleben in der Zeit des Kalten Krieges.

Zur Abrundung hätten wir uns zum Beispiel einen ganz normalen Wochen-Dienstplan, einen Speiseplan, Faksimiles von Einladungen zu den zahlreichen internen oder öffentlichen Anlässen vorstellen können, das hätte den Quellenwert des Werkes noch erhöht.

Alte Soldaten, die sich, ihre Vorgesetzten und Kameraden auf den vielen Fotos wieder erkennen, werden den gut aufgemachten Band gerne zur Hand nehmen.        

Wochenblatt Biberach / Riedlingen„Tolle Kameradschaft”

Von Waltraud Wolf

Hunderttausende von Rekruten dienten bei der Bundeswehr in Münsingen. Nach der Schließung des Standortes erinnert jetzt ein Buch daran. Der Reserveoffizier und Journalist Joachim Lenk hat auf 120 Seiten und mit mehr als 250 Fotos eine Ära dokumentiert: 89 Jahre Garnisonsstadt Münsingen.

Dank Patenschaften waren Soldaten der Herzog-Albrecht-Kaserne mit dem Städtchen Hayingen und der Münstergemeinde Zwiefalten verbunden. Fast drei Jahrzehnte lang wurden diese mit Biwaks, feierlichen Gelöbnissen und anderen Veranstaltungen gepflegt.

Lenk beschreibt in seinem Buch „Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon” die Anfänge des Neuen Lagers während des Ersten Weltkrieges, in dem bis zum Zweiten Weltkrieg außer Soldaten auch Kriegsheimkehrer und Jugendliche lebten.

Später fristeten unter französischer Besatzung sogar Kriegsgefangene dort ihr Dasein. Von 1958 bis März 2004 nutzte die Bundeswehr die Kaserne. Alle Bataillone und unzählig viele Einheiten sind mit Fotos, Geschichten, Wappen, Postkarten und Anekdoten vertreten.

Begegnen darf man in dem Buch Lenks auch Prominenten, wie Golf-Profi Tino Schuster, Schlagersänger Bernd Clüver und Tischtennis-Nationalspieler Torben Wosik, der beim Gelöbnis in Zwiefalten Rekrutensprecher war.

Auch der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, ein gebürtiger Riedlinger und auch im kürzlich erschienenen Buch „Profile Oberschwaben” vertreten, verbrachte acht Monate in Münsingen. Er wurde dort zum Richtschützen auf dem Kampfpanzer M 48 ausgebildet und feierte seine erste Beförderung.

Als „strammen Laden" hat er das Panzerbataillon 304 in Erinnerung, schwärmt jedoch von der „tollen Kameradschaft”. Was es mit dem „Fuzzinova” von Bundespräsident Horst Köhler und Münsinger Rekruten von 1963 auf sich hat, ist ebenfalls in dem Buch „Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon” nachzulesen.

Schwäbisches Tagblatt„Münsinger Fuzzinova zur Aufheiterung”

Von Raimund Weible

Seit 31. März ist die Herzog-Albrecht-Kaserne in Münsingen ein Fall für die Historiker. Als erster hält der Journalist Joachim Lenk Rückschau auf das Soldatenleben.

Als Rekrut pflegte Bundespräsident Horst Köhler eine deftige Sprache. Seine Grundausbildung absolvierte er 1963 in der Münsinger Garnison, und mit seinen Kameraden von der Ausbildungskompanie 13/10 gab er das „Hinterälblerische Tagblatt” heraus, eine handgemachte Stuben-Zeitung. Darin diente der Spaßvogel den Kameraden einen Kurs im „neuen Modetanz Fuzzinova” an. Köhler erläuterte auch gleich, was der von ihm erfundene Tanz verlangt: „Krumme Haltung, Zeitlupentempo, blinzeln und regelmäßig furzen.”

Köhlers Soldatenulk ist eines der Fundstücke, die der Journalist Joachim Lenk bei der Arbeit für sein Buch über die Münsinger Garnison ans Tageslicht beförderte.

Im März dieses Jahres holten die beiden Hauptfeldwebel Günther Kienast und Jörg Heitel die Flagge am Tor der Herzog-Albrecht- Kaserne ein. Eine fast 90 Jahre währende Zeit als Garnisonsstadt ging damit zu Ende.

Inzwischen hat die Stadt das 22 Hektar große Kasernengelände übernommen. Dort entsteht ein ziviles Stadtviertel mit 190 Ein- und Zweifamilienhäusern.

Der Erste Weltkrieg dauerte schon ein Jahr, als das Königlich Württembergische Kriegsministerium 1915 das „Neue Lager” errichten ließ. Das kam den Münsinger Stadtvätern entgegen. Sie wollten, schreibt Lenk, „am wirtschaftlichen Aufschwung des militärischen Betriebs”  teilhaben, und so wünschten sie sich eine ständige Garnison neben dem Truppenübungsplatz, den es schon seit dem Jahr 1895  gab.

Einer der ersten Verbände im Barackenlager ist das Ersatzgebirgsbataillon. Anfang der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts stationierte die Bundeswehr dann Panzereinheiten in Münsingen.

Lenk dokumentiert mit vielen Bildern die wechselvolle Geschichte des Standorts. Für ein besonderes Kapitel sorgt die russische Wlassow-Armee, die auf deutscher Seite gegen Stalin kämpfte. Sie wurde 1944 in Münsingen einquartiert.

Der harte Winter auf der Rauen Alb blieb wohl allen Soldaten ein eindrückliches Erlebnis. Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher erinnert sich an ein Biwak 1988: "Mir erfroren fast alle Finger", sagt er.

Schwäbische Zeitung„Buch über das Münsinger Soldatenleben”

Von Hansjörg Steidle

„Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon - Neues Lager / Herzog-Albrecht-Kaserne. Münsinger Soldatenleben von 1915 bis 2004” heißt ein Buch, das Redakteur Joachim Lenk jetzt herausgegeben hat. Der Anlass: In diesem Jahr wurde die Herzog- Albrecht-Kaserne in Münsingen aufgelöst.

Mehr als eine Million Menschen verbrachten im Neuen Lager und der daraus entstandenen Herzog-Albrecht-Kaserne in Münsingen während der vergangenen 90 Jahre mehr oder weniger lang einen Teil ihres Lebens. Die meisten als Soldaten, viele als Heimkehrer, Vertriebene oder Gefangene. Jugendgruppen, einige Vereine und Gewerbetreibende waren ebenfalls in dem im Frühjahr 1915 erbauten Barackenlager auf der Schwäbischen Alb zeitweise untergebracht, das Anfang der 60er-Jahre abgerissen wurde.

Gleichzeitig entstand die Herzog-Albrecht-Kaserne, die die Bundeswehr 1965 offiziell einweihte. Rund 35 Jahre später fasste das Bundesverteidigungsministerium dann den Entschluss, die militärische Anlage 2004 zu schließen.

Damit die Zeit der Soldaten in Münsingen nicht vergessen wird, verfasste der in Blaubeuren lebende Leutnant der Reserve Joachim Lenk, der im Zivilleben Zeitungsredakteur ist, während einer Wehrübung das Buch „Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon”.

Es beschreibt die Anfänge des Neuen Lagers während des Ersten Weltkrieges, das bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges nicht nur Soldaten, sondern auch Kriegsheimkehrer und Jugendliche bewohnten. Später verwendete die Besatzungsmacht Frankreich das Areal eine Zeit lang für Kriegsgefangene.

Von 1958 bis 2004 nutzte die Bundeswehr die Herzog-Albrecht- Kaserne, die während dieser Zeit mehr oder weniger lang sechs Bataillone und unzählig viele verschiedene Einheiten beherbergte. Alle Verbände sind mit vielen Fotos, Geschichten, Wappen, Postkarten und Anekdoten in dem 120 Seiten umfassenden Buch vertreten.

Berühmte Rekruten, wie zum Beispiel Bundespräsident Horst Köhler erinnern sich an ihre Grundausbildung auf der Alb. Auch prominente Gäste wie Bundespräsident Heinrich Lübke, die Verteidigungsminister Kai-Uwe von Hassel und Bundeskanzler Gerhard Schröder, Altbundeskanzler Ludwig Erhard oder Generalbundesanwalt Kay Nehm, haben sich mit ihrer Unterschrift in diesem Buch verewigt.

Zudem stellen sich die drei regionalen militärhistorischen Ausstellungen vor, die über die Soldatenzeit in Münsingen mit Fotos, Befehlen, Waffen, Uniformen und vielem mehr informieren.

Dieses abwechslungsreiche und interessante Buch wurde nicht nur für die vielen ehemaligen und noch aktiven Soldaten geschrieben, sondern vielmehr für all diejenigen, die sich mit dem Militär und der ehemaligen Garnison Münsingen freundschaftlich verbunden fühlen.

Reutlinger General-Anzeiger„Sogar der Bundespräsident diente hier”

Von Christine Dewald

Mehr als eine Million Menschen haben im Münsinger Neuen Lager und in der später daraus hervorgegangenen Herzog-Albrecht- Kaserne einen kurzen oder längeren Teil ihres Lebens verbracht, die meisten als Soldaten. An sie erinnert ein Buch, das jetzt im Wiedemann-Verlag Münsingen erschienen ist. „Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon” hat der Journalist und Leutnant der Reserve Joachim Lenk seinen Band überschrieben. Er schildert „Münsinger Soldatenleben von 1915 bis 2004”.

Anlässlich des Endes der Kaserne, die vor wenigen Monaten von der Stadt gekauft wurde und zum Abbruch vorgesehen ist, erzählt das Buch aus ihren Glanzzeiten. Eine geschichtliche Zusammenfassung beschreibt den Weg vom früheren Barackenlager zur Bundeswehrkaserne, die nach seinem Abriss in den sechziger Jahren entstand. In den Weltkriegen war das Neue Lager intensiv militärisch genutzt, zwischendrin erlebte es zivile Phasen, war Jugendherberge und Unterkunft für den Freiwilligen Arbeitsdienst.

Im Mittelpunkt des Buchs steht die Zeit der Bundeswehr, die im Herbst 1958 mit dem Einzug des Panzerbataillons 310 begann. Detailliert - und illustriert mit vielen Fotos von festlichen Anlässen, von Übungen und aus dem Soldaten-Alltag - wird die Geschichte der Bataillone dokumentiert, die seither dort stationiert waren.

Übungsplatzaufenthalte, Besuche von Politikern, aber auch die vielfältigen Kontakte der Einheiten zur Bevölkerung aus Münsingen und der Umgebung sind beschrieben - bis hin zu den letzten Tagen des Panzerartilleriebataillons 285 in diesem Frühjahr.

Ein Kapitel ist den prominenten Rekruten gewidmet, für die Münsingen eine kurze Durchgangsstation war. Der Schlagersänger Bernd Clüver ist dabei, der Fußball-Profi Uwe Schneider. Und sogar Bundespräsident Horst Köhler, der 1963 als 20-Jähriger gleich nach dem Abitur zur Grundausbildung kam.

Südwest Presse„Rückblick auf eine lange Ära”

Von Gudrun Grossmann

Die Soldaten marschieren im Gleichschritt. Sie entfernen sich. Joachim Lenk hat dieses Foto ganz bewusst als Titelbild für sein Buch „Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon” gewählt, denn es signalisiert: Die Militärzeit in Münsingen ist zu Ende und damit ein Kapitel der Stadtgeschichte, das den Ort und seine Umgebung fast neun Jahrzehnte lang geprägt hat.

Wer den 120 Seiten umfassenden Band aufschlägt, muss kein Freund des Soldatenlebens sein, um gleich bei dem einen oder anderen Kapitel hängen zu bleiben. Auf den ersten Blick wird sichtbar, dass hier nicht etwa eine Ära mit militärischem Eifer zur glorreichen Zeit erklärt wird, sondern eine sachliche und fundierte Chronik entstanden ist, die den Menschen, die hier gewirkt und gelebt haben, viel Raum lässt.

Jenen, die kommandiert und befohlen und jenen, die gedient haben - als junge Wehrdienstleistende, als Berufssoldaten oder Angehörige der zivilen Einrichtungen. Das Kasernentor war anfangs für Heimkehrer und Vertriebene offen, die Baracken dienten als Jugendherberge und Unterkunft für Vereine. Gewerbetreibende hatten kurzzeitig ihren Sitz hierher verlegt.

Wenn die Stadt in naher Zukunft die Gebäude auf dem 22 Hektar großen Gelände abreißen lässt, damit Platz für 190 Ein- und Zweifamilienhäuser schafft, wird nicht nur die militärische Vergangenheit eingeebnet, was viele vielleicht überraschen wird.

Das Buch von Joachim Lenk führt zurück in das Jahr 1915. Der Erste Weltkrieg tobt, das Württembergische Kriegsministerium lässt in der Nähe des Truppenübungsplatzes 38 Holzbaracken und ein Wachgebäude errichten - Münsingen stellt dafür  die Fläche an der Straßenkreuzung Auingen/Heutal zur Verfügung, schließlich rückte damit der Titel „Garnisonstadt” in greifbare Nähe - ein wirtschaftlicher Aufschwung.

Umso erstaunlicher ist es, dass sich schon wenige Jahre später Widerstand regte. Im „Alb Bote”  melden sich „Pazifistische Kreise” zu Wort, die die Schließung der Lager fordern und den Truppenübungsplatz in ein Naturschutzgebiet umwandeln wollen.

Die Münsinger Stadtverwaltung schmiedet tatsächlich Pläne, um die Anlagen wieder in ihr Eigentum zu übernehmen. Vergeblich. 1919 fällt die Entscheidung: Die Militärs rücken nicht ab.

Im ganzen Land bilden sich Bürgergruppen, die „Freiwillige Arbeitsdienste” übernehmen. Auch in Tübingen schließen sich dafür Studenten und Arbeitslose zusammen - ihr Treffpunkt ist Münsingen, wo Carlo Schmid, der spätere Mitbegründer der SPD, die Lagerleitung übernimmt.

Bald haben wieder die Militärs das Sagen. Soldaten, die auffällig geworden sind, werden „zur Besserung” in eine „Erziehungseinheit” geschickt.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs rückt die „Wiesel”-Division an, später die Italienische Gebirgstruppe „Monte Rosa” und eine Truppe der Wlassow-Armee, was schließlich dazu führt, dass diese Ecke nur noch „Russen-Lager” genannt wird.

1945 hat das Töten ein Ende. Die Amerikaner ziehen auf und wieder ab. Wer bleibt, das sind die Franzosen. Joachim Lenk hat auch die Nachkriegszeit sehr gründlich recherchiert. (Münsingen war einer der ersten Bundeswehrstandorte.) In den Archiven der Stadt und des „Alb Bote” er fündig geworden.

Ehemalige Soldaten haben erzählt,  in alten Aufzeichnungen geblättert und ihre Fotoalben geöffnet. Auf diese Art ist eine lebendige Chronik entstanden, in der auch die kleinen Begebenheiten ihren Platz in der Geschichte bekommen.

Zu Ende ist sie im Jahr 2004, an jenem letzten Tag im März, als Major Egon Frenzel, Chef der ersten Batterie des Panzerartilleriebataillons 285, zum letzten Mal die Bundesdienstflagge am Eingang der Kaserne einholt. Gerade mal 30 Soldaten verfolgen das Zeremoniell. Eine fast 90-jährige Ära ist damit abgeschlossen.

Die Entwicklung „Von der Schneeschuhkompanie zum Panzerbataillon” zeichnet Lenk nach - indem er sich auf die historischen Daten und Ereignisse stützt, aber auch durch seinen Blick hinter die Fassade.

Soldatenleben, das ist eben mehr als Grundausbildung (sie wurde früher noch in den Ruinen in Gruorn und am Hausberg Beutenlay absolviert) und militärischer Drill. Dazu gehören auch gesellige Ereignisse, Treffen mit Zivilisten, Patenschaften, Hilfseinsätze bei Katastrophen, wie bei dem verheerenden Hochwasser im Sommer 2002, und riskante Aufträge im Ausland. Stichwort: Kosovo.

Welche Bataillone waren in Münsingen stationiert? Welche prominenten Zeitgenossen haben hier gedient? Lenk liefert die Antworten - mit fundiertem Wissen und einem geschulten Blick für die Illustration - mehr als hundert Fotos stammen von ihm, mehrere tausend Soldaten sind in seinem Buch verewigt. Allen hat er es gewidmet - sein Andenken an eine unvergessliche Zeit.

 

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